144. Jahreshauptversammlung des Kreisfischereivereins Schongau e.V.
von kfvadmin
Ein Abend voller Weichenstellungen
144. Jahreshauptversammlung des Kreisfischereivereins Schongau e.V. · 7. März 2026
232 Mitglieder füllten den Jakob-Pfeiffer-Saal in Schongau — und erlebten eine Versammlung, die mehr war als Routine: Stabübergabe nach 20 Jahren, neue Gesichter im Vorstand, angepasste Beiträge und jede Menge Petri-Heil-Stimmung.
Abschied nach 20 Jahren – und ein Dankeschön
Der Saal applaudierte herzlich: Adi Fastner leitete zum letzten Mal als 1. Vorsitzender die Jahreshauptversammlung. Zwei Jahrzehnte stand er an der Spitze des KFV — und zog dabei den Vergleich seines Vorgängers Klement Sesar heran, der den Vorsitz einst als „besonderes Glück im Leben" bezeichnete.
Fastner dankte vor allem langjährigen Weggefährten wie Dr. Erik Bohl, Guido und Gunnar Prielmeier sowie dem früheren Geschäftsführer Walter Pantel. Mit dem Vereinssiegel in der Hand übergab er die Führung offiziell an seinen Nachfolger — und wurde im Gegenzug zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Frisches Führungsteam – einstimmig gewählt
Alle Kandidaten wurden einstimmig gewählt. An der Spitze steht künftig Benjamin Haugg aus Denklingen als neuer 1. Vorsitzender. Direkt nach seiner Wahl übernahm er das Podium und ehrte als erste Amtshandlung langjährige Mitglieder.
Die neue Vorstandschaft:
1. Vorsitzender: Benjamin Haugg · 2. Vorsitzender: Jürgen Grimbs · Kassier: Ludwig Richter · Schriftführer: Michael Schmid · 1. Gewässerwart: Christian Sigl · 2. Gewässerwart: Stephan Seifert · 1. Jugendwart: Guido Prielmeier · 2. Jugendwartin: Anna Grimbs · Mitgliederverwaltung: Marius Irmler · Geschäftsführer Vereinsführung: Michael Lossek · Lexewart: Gunnar Prielmeier · Chronist und Pressewart: Michael Sewald · EDV und Datenschutz: Christian Sonderleittner · Sozial-Media und Geschäftsstellenassistent: Maximilian Resch · Kassenprüfer: Fritz Raab und Can Sözcü.
Aus dem Vorstand verabschiedet haben sich nach langen Jahren treuer Arbeit: Adi Fastner, Dr. Erik Bohl, Peter Thanhäuser (nach 40 Jahren Vorstandsarbeit!), Roland Meindl, Christoph Greiner und Martin Grimbs. Ihnen gilt der besondere Dank aller Mitglieder.
Was die Gewässer erzählen
Gewässerwart Peter Thanhäuser zog nach 40 Jahren Vorstandsarbeit Bilanz — und die ist durchwachsen: Die Bachforelle steht gut da, die Äsche hingegen ist kaum noch präsent. Der Huchen zeigt sich selten, dafür wird der Fischotter zunehmend zur Herausforderung — an Ammer und Lech ist er bereits nachgewiesen.
Thanhäusers Abschiedsappell an alle Mitglieder: mehr Weißfische und Barsche befischen — und die Jungfischer beim Angeln mitnehmen!
70 Jahre Jugendgruppe – und kein bisschen müde
Die Jugendgruppe des KFV feiert in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag. 24 aktive Jungfischer, 29 Veranstaltungen im Jahr 2025, 200 kg Fang an den Lechstufen — darunter 10 Hechte. Das Angebot reicht vom Fliegenbinden über Mikroskopkurse für Kleinstlebewesen bis zum Zeltlager am Chiemsee.
Jugendwart Guido Prielmeier dankte besonders Martin Grimbs, der seit 2016 die Jugendarbeit mitgeprägt hat.
Neue Beiträge – was sich ändert
Die gestiegenen Kosten in allen Bereichen machen eine moderate Anpassung der Gebühren notwendig. Die Mitglieder haben mit großer Mehrheit zugestimmt: Mitgliedsbeitrag, Aktivengebühr sowie die Abgeltung nicht geleisteter Arbeitsstunden werden angehoben. Außerdem verschiebt sich die Altersgrenze, ab der Mitglieder vom Pflicharbeitsdienst befreit sind, leicht nach oben. Die genauen Beträge sind der aktualisierten Gebühren- und Arbeitsdienstordnung zu entnehmen.
Mitglieder, die bereits im Ruhestand sind, sind von der Änderung der Altersgrenze nicht betroffen.
Was der Verein gerade bewegt
Baggerarbeiten am Wielenbach und Neuhauser Bach sind angelaufen. An der Lechstufe 11 hat der KFV die Patenschaft für die neue Fischaufstiegshilfe am Kraftwerk Epfach übernommen — ein Beitrag zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die bis 2027 einen guten Zustand aller Gewässer fordert. Die Arbeiten zum Fischaufstieg am Kraftwerk Lechblick laufen ebenfalls an; ein Wasserschaden hatte dort zuvor eine wochenlange Abstauung erzwungen, was spürbare Folgen für die Bachforelle und die fischereiliche Nutzbarkeit hatte.
Auch der traditionelle Fischerkurs des KFV war wieder aktiv: 15 Teilnehmer, fast alle haben die staatliche Prüfung bestanden. Der Kurs ist seit Jahren für die praktische Ausbildung in Ergänzung zu Online-Kursen zertifiziert.
Langjährige Treue – verdient geehrt
Für 20-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Johann Berger, Manuel Berger und Lukas Häußler.
Für 40-jährige Mitgliedschaft: Ralf Wetzel.
Wer bereits 50 Jahre dabei ist, wird beim kommenden Sommerfest in der Lexe geehrt.
Starke Rückendeckung – Ehrengäste und Grußworte
Die Versammlung durfte zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Für die politische Ebene des Landkreises und der Stadt waren Landrätin Andrea Jochner-Weiß sowie Bürgermeisterin Daniela Puzzovio und Bürgermeister Falk van Sluyterman erschienen. Stadtförster Thien vertrat die enge Zusammenarbeit im Bereich Forst und Gewässer. Aus der Fischereiwirtschaft kamen die Fischzüchter Werner und Julian Ruf aus Leeder. Die Fischereivereine der Region waren gut vertreten: Christoph Greiner als Vorsitzender der Anglergemeinschaft, Daniel Vögl mit drei Vorstandsmitgliedern vom FV Peiting sowie Meinrad Ryba vom AV Petri Heil. Besonders herzlich wurden auch die Ehrenmitglieder des KFV begrüßt: Kiepsel, Langhammer, Haugg, Riedl und Bohl.
Landrätin Andrea Jochner-Weiß betonte in ihrem Grußwort den Wert des KFV weit über das Angeln hinaus. Gewässer- und Artenschutz seien zentrale Zukunftsaufgaben: Sachgerechte Hege solle einerseits Überpopulationen verhindern, andererseits bedrohte Arten gezielt fördern. Als konkretes Beispiel nannte sie den Rückbau des Wehrs am Wielenbach und die Unterbindung weiterer Kiesentnahme im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Besonders lobte sie die vorbildliche Jugendarbeit des KFV, bei der Verantwortungsbewusstsein und Respekt vor der Natur im Mittelpunkt stehen.
Bürgermeister Falk van Sluyterman, seit Beginn seiner Amtszeit vor zwölf Jahren regelmäßiger Gast bei den Hauptversammlungen, würdigte die stets gute und wichtige Arbeit des Vereins. Er verwies auf die fruchtbare Zusammenarbeit mit Stadtförster Thien, die es möglich gemacht habe, den Pachtvertrag für den Wielenbach nach gut 100 Jahren im Stadtrat einstimmig zu verlängern. Sein Dank galt ausdrücklich dem Einsatz für die Gewässer und für die Jugend — und er äußerte den Wunsch, auch nach seiner Zeit als Bürgermeister die gute Zusammenarbeit mit dem KFV fortzusetzen.
Alle drei Ehrengäste — Jochner-Weiß, van Sluyterman und Stadtförster Thien — wurden mit einem Blumenstrauß, dem KFV-Wachswappen und einem Weißbierglas verabschiedet.
Petri Heil — und auf eine gute neue Saison 2026!