Aus meiner Sicht (Kopie)
Liebe Fischerinnen, liebe Fischer,
sehr geehrte Freunde des Kreisfischereivereins Schongau e.V.,
die Berichte in Wort und Schrift zu unserer Jahreshauptversammlung zeigen, dass wir auf ein ereignisreiches Fischerjahr zurückblicken können. Das Frühjahr mit viel Sonne und ohne Hochwasser hat uns oft in die Natur gelockt und zu einer regen Fischerei mit guten Fängen geführt.
Die Jungfischer waren bei rund 30 Treffen aktiv. Natur- und Umweltschutz, Fischerei in Theorie und Praxis waren die Themen. Geselligkeit und der Spaß kamen dabei nicht zu kurz.
Im Arbeitsdienst war ein vielfältiges Pensum zu leisten. Und hier zeigt sich der demografische Wandel. Zahlreiche Fischer sind oder kommen jetzt ins Rentenalter und für die notwendigen Arbeiten fehlen die Leute. Deshalb ist es notwendig auch bei uns die Altersgrenze für den Arbeitsdienst auf 67 Jahre anzuheben. Außerdem machen die Stunden in der Lexe oder an den Gewässern Spaß, dienen dem Erfahrungsaustausch und fördern den Zusammenhalt.
Große Sorgen bereiten uns die Finanzen. Kostensteigerungen in allen Bereichen, Neuanschaffungen und Reparaturen führen zu Fehlbeträgen in unserem Haushalt. Und die Ausgaben werden die nächsten Jahre nicht weniger. Uns bleibt nichts anderes übrig, als Beiträge und Gebühren zu erhöhen. Eine Entscheidung, die mir und der Vorstandschaft nicht leichtgefallen ist, aber sein muss. Nur mit diesem Schritt sichern wir die finanzielle Sicherheit für unseren Gemeinschaft.
Nicht nur finanziell gilt es unseren Kreisfischereiverein Schongau zukunftssicher zu machen. Wir leben inzwischen in einer digitalen Welt. Da heißt es dabei zu sein. Dazu braucht es Leute, die das gerne machen und die die Werkszeuge dafür beherrschen. Wir haben bereits bei den letzten Neuwahlen erfolgreich darauf reagiert. Nun gilt es das Team weiter zu verstärken. Für die ausscheidenden Vorstände sind fachkundige Nachfolger nominiert.
Mit Freude und Elan habe ich vor 20 Jahren die Aufgabe des 1. Vorsitzenden im Kreisfischereiverein Schongau übernommen. Die Vielfalt der heimischen Fischwelt bewahren, Bäche, Flüsse und Seen als deren Lebensraum hegen und schützen, die Jugend für die Natur gewinnen und das Recht auf die traditionelle Fischerei zu sichern, hatte ich mir als Ziele gesetzt.
Die ersten Herausforderungen waren die Feier zu unserem 125-jährigen Vereinsjubiläum und die Organisation des Oberbayerischen Fischereitages in Schongau 2007. Zwei gelungene Veranstaltungen, durch die unser Ansehen in der gesamten Region, bei den Behörden und insbesondere der Fischerei dazugewonnen hat.
Beim Artenschutz wurden erste Erfolge erreicht. Ich denke dabei vor allem an die Laichplatzschaffung und -pflege mit Bagger und Pflug, Kieseinbringungen, Brutboxen-Projekte und den Besatz mit gefährdeten Fischarten. Positiv ist auch, dass wir bei amtlichen Planungen mit einbezogen werden. Mit der Übernahme der Patenschaft für die Fischaufstiegshilfe in Epfach haben wir unser großes Interesse an einem durchgängigen Lech dokumentiert. Und am Wielenbach sollte der ökologische Zustand auch bald verbessert sein.
Planungen gibt es auch zu strukturverbessernden Maßnahmen an der Schönach. Zudem warten wir auf den Bau einer Pendelrampe zur Herstellung der Durchgängigkeit des Neuhauser Baches. Es gibt auch noch einige vage Ideen, die aber erst reifen müssen.
Der Mitgliederstand blieb in diesen 2 Jahrzehnten etwa gleich. Ich konnte mich bei den Monatsversammlungen und dem alljährlichen Königsfischen immer über einen regen Besuch freuen. Das bestätigt, dass wir eine große Fischerfamilie sind. Die Nachfrage bzgl. Aufnahme ist nach wie vor groß. Die lange Warteliste zeigt neben dem Interesse an unseren Pachtgewässern die Anerkennung unserer Leistungen.
Leider mussten wir zwei Fischwasser abgeben - die Eyach wegen überzogenen Pachtforderungen und die Wildsteiger Illach, die an den örtlichen Fischereiverein vergeben wurde. Wir konnten aber das Fischereirecht am Hühnerbach erwerben und haben damit zwei Bäche im Eigenbesitz.
Diese 20 Jahre als 1. Vorsitzender des KFV Schongau sind vergangen wie im Flug. Ich habe meine Pflichten gerne erfüllt. Sie waren auch gut zu meistern, da mir von euch allen und insbesondere von meinen ehemaligen und jetzigen Vorstandskollegen viel Arbeit abgenommen wurde. Durch meine persönlichen Kontakte zu den Fischereiverbänden, den Behörden und der Stadt Schongau konnte ich viel bürokratischen Aufwand vermeiden.
Darum bedanke ich mich recht herzlich,
bei allen Fischerinnen und Fischern für ihre Kameradschaft und ihr Vertrauen,
bei den ehemaligen und aktuellen Vorstandsmitgliedern für ihren Einsatz im Verein,
beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim für die stets offenen Türen und die Berücksichtigung und Umsetzung unserer Vorschläge,
beim Landratsamt Weilheim-Schongau für die Einbeziehung bei wasserrechtlichen Anliegen und die Beachtung unserer Aussagen,
bei der Stadt Schongau und ihrer Forstdienststelle für die Verpachtung des Lexe-Geländes und des Wielenbaches und für die stets gute Zusammenarbeit,
beim Fischereiverband Oberbayern e. V. und beim Landesfischereiverbandes Bayern e. V. für ihren Rat und die Hilfestellung bei fischereifachlichen Fragen.
Vor der Zukunft für unseren Verein ist mir nicht bange. Unser Wahlvorschlag beinhaltet junge interessierte Fischer und erfahrene Vorstände, die sicher erfolgreich zusammenarbeiten.
Ich wünsche der Vorstandschaft eine glückliche Hand bei der Vereinsführung.
Und wir treffen uns bei der Fischermesse und an Lech und Ammer.
Viel Freude und Erfolg am Fischwasser. Petri Heil!
Euer Adi Fastner